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Die dritte Klasse – auf in den Tausenderraum!

In der dritten Klasse werden Lücken, die sich in den ersten beiden Jahren aufgebaut haben, deutlich sichtbar. Im Tausenderraum kann sich keiner mehr mit Auswendiglernen durchmogeln.

Das hörst du oft von der Erst- und Zweitklasslehrerin.
Wie wahrscheinlich ist es, dass das stimmt?

In der dritten Klasse beginnt dann das Dilemma, sichtbar zu werden. Plötzlich gibt es eine Reihe von Kindern, die als Dyskalkuliker bezeichnet werden.
Dass sie beim Rechnen keine Peilung haben, ist sicher richtig.

Aber sind sie deshalb Dyskalkuliker oder hat man nur in der ersten und zweiten Klasse versäumt, sie auf den richtigen Mathe-Weg zu bringen?

Diese Frage wird in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Es gibt einige sehr honorige Fachleute – Universitätsprofessoren – die die Ursache für das gehäufte Auftreten von Rechenschwächen im Rechenunterricht sehen, und dieser Auffassung kann ich mich vor dem Hintergrund meiner jahrzehntelangen praktischen Erfahrung nur anschließen.

Was kannst du also tun, wenn du in deiner dritten Klasse Kinder hast, die einfach nicht wissen, was sie tun, wenn sie sich mühsam irgendwelche Ergebnisse abringen?

Du musst deine Schüler zuallererst einmal für die Materie gewinnen, sie müssen Mathe schön finden!

Das erreichst du durch Rechenspiele, Bewegung und sehr konkrete Anschauung am leichtesten.

Fangen wir mit der Bewegung an

In der dritten Klasse sollten die Einmaleinsreihen der zweiten Klasse perfekt sitzen, außerdem die Grundaufgaben im Zwanzigerraum.
Zu den Einmaleinsreihen
Schreibe eine ganze Reihe, z.B. das Achter-Einmaleins, an die Tafel.
Dann stehen alle auf und das Einmaleins wird laut aufgesagt, im Chor, rhythmisch, mit passenden Bewegungen. In zwei Vierertakten kannst du alle einzelnen Aufgabenzeilen unterbringen.
Das zeige ich dir am Beispiel der Achterreihe.

Die Ergebnisse acht (eine Silbe) und sechzehn (zwei Silben) müssen etwas gedehnt gesprochen werden.
Die Sieben bei „sieben mal acht“ muss etwas flotter – nur auf einen Schlag – gesprochen werden.

Nun kannst du verschiedene Bewegungen ausführen, immer gemeinsam mit den Kindern:
linkes Bein und rechten Arm nach vorne – Schlag eins
linkes Bein und rechten Arm wieder zurück – Schlag zwei
rechtes Bein und linken Arm nach vorne – Schlag 3
rechtes Bein und linken Arm wieder zurück – Schlag 4
Von Schlag 5 bis Schlag 8 werden diese vier Bewegungen wiederholt.

Weitere Möglichkeiten:
Grätsche – zurück – rechte Hand patscht auf Oberschenkel – linke Hand patscht auf Oberschenkel
1 2 3 4
Alles wiederholen

Auf linkem Bein einmal hüpfen – auf rechtem Bein einmal hüpfen – Grätsche – zurück
1 2 3 4
Alles wiederholen

Klatschen – auf die Oberschenkel patschen – auf linkem Bein hüpfen – auf rechtem Bein hüpfen
1 2 3 4
Alles wiederholen

Und natürlich passt auch vieles andere, was dir dazu einfällt.

Auf dieselbe Weise kannst du auch die Grundaufgaben im Zwanzigerraum mit Bewegung wiederholen
Alle profitieren: Wer selbst nicht immer aktiv mitsprechen kann, hört zu und bewegt sich dabei, das Gehirn ist aktiv!

Ein Rechenspiel im Hunderterraum

Kopiere ein Hunderterfeld, markiere die Tore und laminiere das Spielfeld.
Dann brauchst du für jedes Spielfeld eine Spielfigur, jeweils zwei Kinder spielen.
Zur Spieleinführung kannst du das auch mit einem großen Hunderterfeld an der Tafel und einem magnetischen Wendeplättchen vorführen.

Und zum Schluss: Stellenwerte handlungsorientiert

Lies dazu den Beitrag über das mathematische Navi. Du kannst das Ganze auch noch mit einem Spiel toppen, indem du einen Hunderterstuhl, einen Zehnerstuhl und einen Einerstuhl nebeneinander stellst und dann unterschiedlich viele Schüler auf einen Stuhl stapelst, geht zwar nur mit max. 3 oder 4 Schülern „übereinander“ auf einem Stuhl, ist aber ausgesprochen lustig, sogar auch für Lehrerinnen!

Lies dazu auch noch den Artikel über die fehlende Peilung in der dritten Klasse!

Wenn du für die Stellenwertdarstellungen keine Perlen hast, dann nimm einfach große Bohnen für die Einer, kleine Frischhaltesäckchen zum Abpacken für die Zehner, Schuhschachteln für die Hunderter und einen großen Umzugskarton für die Tausender.
Damit kannst du dreistellige Zahlen echt be-greifbar machen und alle Schüler, auch die Rechen-Profis, haben Spaß am echten Handeln!