Monate: Februar 2022

Algorithmen mit Hirn – Teil 1: Addition

Ein Szenario, das sich oft wiederholt: Die zählenden „Rechner“ können sich in der ersten Klasse noch ziemlich gut tarnen, vor allem, wenn es der Lehrerin genügt, am Ende einer Gleichung ein richtiges Ergebnis zu sehen. Halt, liebe Kollegin! Das richtige Ergebnis sagt uns noch gar nichts, solange wir nicht wissen, wie es zustande gekommen ist! Dann, wenn die Zahlen größer werden, ist das Elend oft sehr groß und „plötzlich“ zeigt sich, dass unsere Schülerin das, was sie vorher anscheinend „konnte“, plötzlich nicht mehr kann. Zweite Klasse – Hunderterraum:Hier soll halbschriftlich gerechnet werden, das geht aber nur mit Verständnis!Zählen und auswendig Abrufen funktionieren nicht mehr! In der dritten Klasse – beim Tausenderraum – platzt die Bombe endgültig: Das Kind hat eine Rechenstörung!Dabei fehlen nur zwei Sachen: die „innere Landkarte“: eine zuverlässige Orientierung im Stellenwertsystem und das Beherrschen der Grundaufgaben im Zwanzigerraum Gezielte Vorbereitung des schriftlichen Addierens – es ist noch nicht zu spät Was hier zu tun ist, habe ich bereits beschrieben.Das geht in der dritten Klasse noch gut, aber es ist auch höchste Zeit.Es wird …

Dritte Klasse und keine Peilung – Grundaufgaben

Bei Vorträgen werde ich oft gefragt, was man denn tun kann, wenn Kinder mit Zahlen überhaupt nichts anfangen können.Ein Tipp von mir ist bereits auf diesem Blog: Sie müssen erst einmal einen Zugang zu unserer Positionsschreibweise bekommen, im Klartext:Sie müssen begreifen, dass eine mehrstellige Zahl aus Ziffern besteht, die jeweils unterschiedlich große Päckchen bezeichnen. Der Wert z.B. einer 5 in einer mehrstelligen Zahl ist also nicht absolut, sondern richtet sich nach der Position oder nach der Stelle, an der diese 5 steht. Das ist nicht trivial, sondern für manche Schüler auch in höheren Klassen ein Thema.Das ist aber nur ein Problem.Ein anderes Problem ist, dass gerade Schüler, die schlechte Erfahrungen mit Mathe gemacht haben, nicht über die nötigen Bausteine verfügen, um flott zu rechnen. Lassen wir jetzt einmal beiseite, warum das so ist und konzentrieren uns auf die Bausteine.Die sollten „eigentlich“ unbedingt in den ersten beiden Schuljahren als festes mentales Marschgepäck ins Hirn gelangen. Dass das sehr oft nicht geschieht, sehen wir an den Kindern, die dann, wenn „endlich“ das schriftliche Rechnen kommt, wieder nichts …

Münzen verschieben

Dinge verschieben und umgruppieren, um sie in eine neue Ordnung zu bringen, erfordert Vorstellungsvermögen, logisches Denken und Merkfähigkeit.Mit der folgenden Münzknobelei kann man sich immer wieder beschäftigen, denn die verschiedenen Spielzüge, die man hier braucht, kann man leicht vergessen und so ist es immer wieder spannend auszuprobieren: Schaffe ich es dieses Mal auf Anhieb?

Dritte Klasse und keine Peilung – was tun?

Es ist eine bekannte Tatsache: In der dritten Klasse der Grundschule werden nicht selten plötzlich sogenannte Rechenstörungen evident, von denen vorher keiner was merkte. Wie kann es so etwas geben? Die Erklärung ist zwar einfach, aber keineswegs befriedigend: Das betreffende Kind kam bisher mit Auswendiglernen und Ersatzstrategien zurecht. Das geht allerdings nur, wenn Lehrer sich mit einem Ergebnis abspeisen lassen, das vordergründig „richtig“ ausschaut, aber nicht nachprüfen, wie dieses „richtige“ Ergebnis zustande gekommen ist. Für Kinder, die in einem Unterricht sitzen, den sie über weite Strecken nicht verstehen, heißt die Devise nicht „lernen, verstehen und denken“, sondern einzig und allein „möglichst unbehelligt durchkommen, egal wie“.Und es ist geradezu bewundernswert, wie kreativ vorgegangen wird, um herauszubekommen, was „sie“ – nämlich die Lehrerin – von einem hören möchte. Ich hab zwar keine Ahnung, warum, aber immer, wenn ich da „7“ hinschreibe, freut sie sich! Es liegt auf der Hand, dass die Mogelstrategien der 1. und 2. Klasse an ihre Grenzen stoßen, wenn der Zahlenraum größer wird. Wo fängt man am besten an? Ich übernahm vor Jahren eine …