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Algorithmen mit Hirn – Teil 1: Addition

Ein Szenario, das sich oft wiederholt: Die zählenden „Rechner“ können sich in der ersten Klasse noch ziemlich gut tarnen, vor allem, wenn es der Lehrerin genügt, am Ende einer Gleichung ein richtiges Ergebnis zu sehen.

Halt, liebe Kollegin! Das richtige Ergebnis sagt uns noch gar nichts, solange wir nicht wissen, wie es zustande gekommen ist!


Dann, wenn die Zahlen größer werden, ist das Elend oft sehr groß und „plötzlich“ zeigt sich, dass unsere Schülerin das, was sie vorher anscheinend „konnte“, plötzlich nicht mehr kann.

Zweite Klasse – Hunderterraum:
Hier soll halbschriftlich gerechnet werden, das geht aber nur mit Verständnis!
Zählen und auswendig Abrufen funktionieren nicht mehr!

In der dritten Klasse – beim Tausenderraum – platzt die Bombe endgültig: Das Kind hat eine Rechenstörung!
Dabei fehlen nur zwei Sachen:

  • die „innere Landkarte“: eine zuverlässige Orientierung im Stellenwertsystem und
  • das Beherrschen der Grundaufgaben im Zwanzigerraum

Gezielte Vorbereitung des schriftlichen Addierens – es ist noch nicht zu spät

Was hier zu tun ist, habe ich bereits beschrieben.
Das geht in der dritten Klasse noch gut, aber es ist auch höchste Zeit.
Es wird also am Verständnis des Stellenwertsystems gearbeitet und an einer Automatisierung der Grundaufgaben.

Dann können gezielt die ersten Schritte in Richtung „schriftliches Addieren“ gemacht werden.