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Anna kauft sich eine Puppe

Beim Bearbeiten von Sachaufgaben verlieren sich manche Kinder in geradezu abenteuerlichen Konstrukten.
Ein Beispiel dafür, wie ein völlig orientierungsloses Kind an einer Aufgabe scheitert, ist in einem sehr lesenswerten Aufsatz von Eva Berendes zitiert:

Anna möchte sich eine Puppe kaufen. Seit einigen Monaten spart sie von ihrem Taschengeld regelmäßig und wirft Geld in ihre Spardose. Die Puppe, die sie sich ausgesucht hat, kostet 33 €. Im Sparschwein befinden sich inzwischen 24 €.

Das ist eine Aufgabe aus der 3. Klasse.
Das Kind aus dem zitierten Beispiel soll nun eine Rechenfrage finden. Dieser didaktische Schritt Finden einer Rechenfrage wird durchaus kontrovers diskutiert.
Ich finde, wir Lehrer sollten uns hier wieder die Frage stellen: Will ich ein Sprachtraining oder ein Denk- und Rechentraining?

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Wie kommt Mathematik ins Schülerhirn? – Teil 3

Die Steinzeit ist uns näher als du glaubst

Unser Gehirn ist ein faszinierendes Gebilde. Anders als bei technischen Geräten, die sich abnutzen und irgendwann verbraucht sind, läuft unser Hirn bei häufigem und intensivem Gebrauch erst zur Hochform auf: Es wird durch Benutzen schneller und leistungsfähiger.
Die Kehrseite davon ist: Wenn wir es nicht benutzen, baut es ab, es schrumpft gewissermaßen.
Deshalb der Gehirn-Slogan: Use it or lose it!

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Bewegungsaufgabe Typ 1 – Begegnung

Als ich mich hinsetzte, um an dieser Aufgabe zu arbeiten, fragte mich mein Mann: „Was machst du gerade?“
Ich sagte ihm, ich würde eine Bewegungsaufgabe auf meinen Blog stellen.
Seine spontane Antwort: „Um Gottes willen – schrecklich! Die habe ich in der Schule nie verstanden!“
Und ein weiteres Beispiel aus der Schulzeit meiner Tochter fällt mir dazu noch ein:

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Streichholz-Poker

Das ist ein einfaches Spiel, das es aber in sich hat.
Einfach deshalb, weil du es ganz schnell und ohne Vorbereitung spielen kannst.
Einfach auch, weil die Spielregel sehr schnell erklärt ist.
Was damit alles in den Köpfen der Kinder positiv bewirkt und geordnet werden kann, kommt weiter unten.

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Algorithmen mit Hirn – Teil 1: Addition

Ein Szenario, das sich oft wiederholt: Die zählenden „Rechner“ können sich in der ersten Klasse noch ziemlich gut tarnen, vor allem, wenn es der Lehrerin genügt, am Ende einer Gleichung ein richtiges Ergebnis zu sehen.

Halt, liebe Kollegin! Das richtige Ergebnis sagt uns noch gar nichts, solange wir nicht wissen, wie es zustande gekommen ist!


Dann, wenn die Zahlen größer werden, ist das Elend oft sehr groß und „plötzlich“ zeigt sich, dass unsere Schülerin das, was sie vorher anscheinend „konnte“, plötzlich nicht mehr kann.

Zweite Klasse – Hunderterraum:
Hier soll halbschriftlich gerechnet werden, das geht aber nur mit Verständnis!
Zählen und auswendig Abrufen funktionieren nicht mehr!

In der dritten Klasse – beim Tausenderraum – platzt die Bombe endgültig: Das Kind hat eine Rechenstörung!
Dabei fehlen nur zwei Sachen:

  • die „innere Landkarte“: eine zuverlässige Orientierung im Stellenwertsystem und
  • das Beherrschen der Grundaufgaben im Zwanzigerraum

Gezielte Vorbereitung des schriftlichen Addierens – es ist noch nicht zu spät

Was hier zu tun ist, habe ich bereits beschrieben.
Das geht in der dritten Klasse noch gut, aber es ist auch höchste Zeit.
Es wird also am Verständnis des Stellenwertsystems gearbeitet und an einer Automatisierung der Grundaufgaben.

Dann können gezielt die ersten Schritte in Richtung „schriftliches Addieren“ gemacht werden.